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Expeditionsbericht Langeneß 2012

Expeditionsbericht Langeneß 2012

12.08.2012 - der erste Tag (Anreisetag)
 
Am ersten Tag unserer Hallig Exkursion auf Langeneß ist schon viel passiert. Fangen wir mal ganz vorne an.
Wir haben uns alle um 9 Uhr am Berlin Hauptbahnhof getroffen. Manche von uns haben sich dann noch was zu lesen und zu essen / trinken für die Fahrt gekauft .Natürlich ist dann auch schon einer zu spät aufgestanden, so dass dieser mit dem ICE nachkommen musste.
Als wir dann um 9:26 Uhr im ersten Zug saßen, haben wir uns alle die besten Plätze ausgesucht.
Um 11:43 Uhr sind wir dann am Schweriner Hauptbahnhof angekommen, wo wir dann ca. 20 Minuten Zeit zum Warten hatten.
Der nächste Zug war dann auch schon pünktlich um 12:05 Uhr da, mit welchem wir dann um 13:31 Uhr am Hamburger Hauptbahnhof angekommen sind. Da wir in Hamburg fast 50 Minuten Zeit hatten bis die nächste Abfahrt anstand, sind wir alle was Essen gegangen, manche zu „Burger King“ und manche zu „Subway“. Zwei sind allerdings im Zug geblieben, um die Plätze frei zu halten.
Um 14:20 fuhr der Zug dann nach Elmshorn ab, wo wir dann um 14:49 angekommen sind.
Wirklich viel Zeit hatten wir da nicht, also mussten wir uns etwas beeilen, denn um 14:55 Uhr kam schon der nächste Zug nach Bredstedt. In Bredstedt angekommen, so ca. um 16.56 Uhr, passierte auch schon das nächste Unglück. Eine Mitschülerin ist nicht schnell genug aus dem Zug gekommen, sodass dieser einfach losgefahren ist.
Wie vorher von Herrn Bagdonat angesagt, musste diese dann zusehen, wie sie selbst weiter auf die Hallig  Langeneß kommt. Wir sind während dessen schon mit dem Bus weiter gefahren nach Schlüttsiel, wo auch schon die Fähre auf uns wartete. Während der Busfahrt hat sich eine Klappe am Bus geöffnet, sodass ein Koffer herausgefallen ist. Dieser wurde dann direkt wieder eingesammelt und es konnte weitergehen. Es ist zum Glück alles ganz geblieben.
Als unser Gepäck auf der Fähre verstaut war und alle an Bord waren, ist diese auch schon losgefahren.
Auf der Fähre haben wir uns vorne alle hingesetzt, die Sonne genossen und mit kleinen Boxen Musik gehört.
Nach ca. 2 Stunden Fahrt sind wir dann auch um 19:20 Uhr auf der Hallig Langeneß angekommen. Dort erfuhren wir dann auch, dass die Schülerin die weitergefahren ist in Schlüttsiel in einem kleinen Hotel die Nacht verbringen würde und am nächsten Morgen dann mit der nächsten Fähre nachkommt.
Unser Gepäck wurde auf einen neuen Anhänger verladen und wir wurden zu unserer Unterkunft auf Peterswarf gefahren. Da aber nicht alle in den Kleinbus passten, musste zweimal gefahren werden.
Als dann alle angekommen waren, haben wir frischen Tee bekommen und unsere Betreuer kennen gelernt. Als wir uns vorgestellt hatten, kam auch schon die Frage mit der Zimmerverteilung auf. Die Jungs haben ein 8er Zimmer bekommen und die Mädchen ein 5er und ein 4er Zimmer.
Die 4 Mädchen, die das 5er Zimmer bekommen hatten, haben erstmal rum gemeckert, dass die Bettenverteilung nicht gut wäre. Dieser Aufruhr hat sich aber mit der Zeit gelegt.
Also haben wir alle unsere Betten bezogen und Sachen verstaut.
Als wir damit auch fertig waren, haben wir uns noch etwas zusammengesetzt, was getrunken und gegessen und sind dann später ins Bett gegangen, womit der erste interessante Tag schon vorbei war.
 
 
13.08.2012 -Tag 2
 
Der 2. Tag und unser erster Morgen begannen schon früh, für diejenigen, die am Abend zuvor noch die Sternschnuppen beobachtet hatten, vielleicht auch ein wenig zu früh. Um 8.30 Uhr trafen wir uns im Gemeinschaftsraum und nahmen unser erstes Frühstück auf der Hallig zu uns. Nachdem wir satt waren, hatten wir noch eine kurze Pause, in der der Küchendienst den Tisch abräumte und den Abwasch übernahm.
Dann ging es schon los, runter zur Steinküste und 2 Stunden in Richtung Anlegestelle von der Fähre.
Dort angekommen, wartete schon die vermisste Schülerin auf uns, die nun auch den Weg auf die Hallig gefunden hatte.
Uns wurde eine kurze Pause gegönnt, in der sich manche ein Fischbrötchen besorgten und sich dann auf die Wiese vor dem winzigen Kiosk setzten. Wir konnten uns glücklich schätzen, da das Wetter uns Sonne geschenkt hatte.
Als manche von uns sich dann erkundigten, wie lange wir nun noch wandern würden, hieß es 6 Stunden. Dies ließ die Stimmung sofort auf den Tiefpunkt sinken, doch noch wussten wir nicht was es hieß, noch 6 Stunden zu wandern. Wir hörten uns also noch etwas über die Hallig an und machten uns auf den Weg zu dem Leuchtturm der Hallig. Nachdem wir diese erste Station unseres Rückweges hinter uns gelassen hatten, ging es weiter. Die Jungs hatten auf dem Hinweg Holz gesammelt, um es an der Warf gegen trockenes Holz umzutauschen und damit den Kamin im Kaminzimmer zu beheizen.
Wir konnten über die Weite der Hallig sehen, auf der kein Baum und kein Strauch uns die Sicht versperrte. Der Anblick war schon etwas anderes als die vielen Häuser auf die man zuhause gucken musste.
 
 
Doch dies interessierte uns alles nicht mehr, denn unsere Füße taten weh und die Laune war nun beim absoluten Tiefpunkt angekommen.
Trotz allem schleppten wir uns voran. Unsere nächste Station war die Kirchwarf, auf der wir einen kleinen Friedhof bestaunen konnten.
Die Pause war kurz und ein langer Weg lag noch vor uns. Manche konnten nicht aufhören sich zu beschweren.
Unser Weg führte uns an vielen anderen Warfen vorbei. Wir erfuhren, dass nur 20 Kinder auf der Warf lebten, die in die Schule gingen und wir besahen uns das kleine Schulhaus.
Unsere Begleitung von der Peterswarft zeigte uns in der weiten Ferne unsere Warf und manche hatten im Kopf schon aufgegeben, jemals dort anzukommen.
Nach einer 6stündigen Wanderung kamen wir endlich müde und kaputt an der Warf an. Die Kochgruppe versammelte sich sofort in der Küche, um Chili con carne zu kochen. Die Anderen kümmerten sich um ihre geschundenen Füße.
Dann, nach dem ganzen Chaos, was schon hinter uns lag, ereilte uns ein tragisches Unglück.
(Einwurf von Herrn Bagdonat an dieser Stelle: Das tragische Unglück war der Tod des Nachbarn Jens. Nicht nur, dass Jens gestorben war, war für uns ein Drama, sondern auch, dass zwei Schüler den toten Jens im Garten gefunden und alles versucht haben, ihn zurück ins Leben zu holen!) Viele waren geschockt und der Abend bestand darin, dass wir uns Gedanken über das was passiert war machten und so ließen wir ihn relativ ruhig ausklingen.
Der Abend schenkte uns dann noch ein paar Sternschnuppen und dies ließ den Tag noch mal in anderem Licht erscheinen. Wir gingen zu Bett mit der Hoffnung, dass die restliche Woche ruhiger Verlaufen würde.
 
14.08.2012 - Tag 3
 
Nachdem der Tag, wie am 2., mit einem Frühstück um 8.30 Uhr und danach einer Pause bis 9 Uhr begonnen hatte, wurden wir alle in kurzen Hosen und barfuß erwartet. So schimpften Viele über die nicht ganz so angenehmen Temperaturen, während Andere die spitzen Steine und Disteln beklagten, die überall rumzuliegen und zu wachsen schienen. Noch müde von der vorrangegangenen Nacht, in der es wie in der 1. Sternschnuppen geregnet hatte, machten wir uns unter der Begleitung der nicht ganz so müden Lehrer und einem Begleiter von der Peterswarf auf den Weg zu der Salzwiese. Wir mussten uns nicht lange über den harten Boden beschweren, denn die Salzwiese lag, zu unserem Glück und unseren geschundenen Füßen vom Vortag, in der Nähe von der Warf.
Eine bestimmte Person war dann doch nicht ganz so glücklich als sie hören musste, dass sie ihre Gummistiefel lieber ausziehen solle. Dann wurde uns mitgeteilt, dass wir jetzt ein lustiges Spiel spielen würden, das es nicht zum letzten Mal geben würde. Wir mussten uns in einer Reihe aufstellen und uns jeweils an den Schultern der Person vor uns festhalten. Als nächstes schlossen wir alle unsere Augen und vertrauten uns unserem Begleiter von der Peterswarf an, der uns durch das Gras führte, das sich in unsere Füße bohrte. Doch es kam noch schlimmer, da wir durch den Schlamm mussten. Von hinten wurde einem an den Schultern gezerrt und vorne musste man sich festhalten, um den Anschluss nicht zu verlieren und zu allem Überfluss waren wir auch noch blind. Viele quietschten auf als sie merkten, dass sich was Kalten Nasses an ihre Füße und Beine klammerte und sie mit jedem Schritt immer weiter einzusinken drohten.
Doch schon nach kurzer Zeit erreichten wir das Ende der kurzen Tour. Als wir unsere Augen wieder öffnen durften, sahen wir, dass unsere Beine mit schwarzem Schlamm bedeckt waren. Der Anblick war nicht ganz so schön wie erhofft.
 
 
Zu allem Übel bekamen wir auch noch Bilder überreicht von Pflanzen, die auf der Salzwiese wachsen sollten. Wir taten uns in Zweiergruppen zusammen und begannen nach der jeweiligen Pflanze, die uns zugeteilt worden war, zu suchen.
Die Jungs machten sich einen Spaß daraus, indem sie sich noch einmal in den Schlamm begaben, um die Tiefe von diesem zu erproben. Die Mädchen suchten pflichtbewusst nach ihren Pflanzen.
Letztendlich fanden wir alle, wonach wir gesucht hatten und hielten kurze Vorträge mithilfe von ein paar Informationen aus Karteikarten. Bestimmte Vorgänge, die für Pflanzen notwendig sind um den hohen Salzgehalt der Umgebung zu ertragen, versuchten wir pantomimisch darzustellen, damit die Anderen nicht ganz einschliefen und manchen gelang es sogar.
Danach wurden wir zurück über den nicht so angenehmen Weg auf eine andere Wiese gescheucht, wo wir, nachdem wir durch Kuhmist gelaufen waren, uns etwas über die Warf anhören durften.
Zurück beim Haus war abduschen angesagt. Manche missachteten die Regel und schlichen sich trotz schlamm bedeckter Beine ins Haus. Dort stellten sich diejenigen unter die Dusche und wunderten sich, warum die Dusche danach nicht mehr weiß sondern schwarz war und das Wasser nicht mehr so gut ablief.
 
 
Den restlichen Tag plagten wir uns mit Referaten, die wir vorbereiten sollten. Dazu benutzten Einige auch die Bibliothek vor Ort, in der die Bücher zwar nicht mehr ganz die aktuellen waren, jedoch ausreichend Informationen boten.
Die Ruhe, die eingebrochen war, da sich die meisten an ihre Referate über alle möglichen Vögel im Watt gesetzt hatten, dauerte nicht lange an. Schon bald sahen sich die Einen die Fotos, die bis zu diesem Zeitpunkt geschossen worden waren, an und Andere wiederum hörten Musik oder spielten Dame.
Am Abend kochten Kim und Sophie (wobei ich leider vergessen habe was…..Einwurf von Herrn Bagdonat….na dann kann es ja nicht so toll gewesen sein…lach…..ich erinnere mich aber an die leckeren Nudeln mit Schinken-Käse-Soße) und wir aßen mit großem Appetit.
Die Lehrer waren schon früh von der Bildfläche verschwunden und so genossen wir Übrigen den Abend.
 
15.08.2012 - Tag 4
 
Unser vierter Tag hier auf Langeneß begrüßte uns wie bisher immer jeden Morgen mit Sonnenschein und einem Frühstuck um 8.30 Uhr im Gemeinschaftsraum.
Nach der morgendlichen Stärkung machten Herr Bagdonat und Frau Bielitz es uns zur Aufgabe in kleinen Gruppen kurze Referate über das Watt, die Gezeiten oder die verschiedenen Wattbewohner vorzubereiten, die wir nach einer Stunde nacheinander präsentierten.
Der heutige Tag war vom Thema Watt geprägt. Demnach verbrachten wir den Vormittag damit, Wattexperimente durchzuführen und auszuwerten.
All diese Aufgaben dienten dafür, uns auf die uns bevorstehende Wattwanderung am Nachmittag mehr oder weniger vorzubereiten.
 
 
Josy, die letztes Jahr ihr freiwilliges ökologisches Jahr hier auf Langeneß verbracht hat, begleitete uns auf die Wattexkursion, um uns noch weiter über die Hallig zu informieren, Tiere und Pflanzen des Watts zu zeigen und uns Fragen zu beantworten.
Wir verbrachten ungefähr zwei Stunden auf dem schlickigen Meeresboden und entdeckten viele, uns schon durch die am Vormittag gehaltenen Referate, bekannte Wattbewohner. So hatte man in manchen Abschnitten des Watts zum Beispiel das Gefühl, dass die Zahl an „Wattwurmhäufchen“ kein Ende nahmen oder dass man sich irgendwann die Füße durch die wirklich unzähligen Muschel(-schalen) aufschneiden würde. Aber für das was wir alles an Wattschnecken, Muscheln und weiteren Krebstieren beobachten konnten, war es das natürlich wert – vor allem das unabwaschbare gelbe Sekret, das der ausgegrabene Wattwurm auf unseren Händen hinterließ.
Desweiteren durften wir uns auch verschiedene Wattpflanzen in den Mund stecken, welche nebenbei bemerkt irgendwie alle gleich nach gesalzenem Plastik schmeckten.
Wieder zurück auf unserer Peterswarf machte sich der Küchendienst, bestehend aus Armin, Anil und Phi-Long, ans Abendessen. Aufgrund eines heftigen Machtkampfes in der Küche (schwarz angebrannte Chicken Nuggets, von denen wir nur 14 Stück hatten, und unnötig ausgegossene Brühe waren die Folge) und der späten Ankunft im Haus, kamen die Maultaschen und Tortellini erst relativ spät auf den Esstisch. Dementsprechend waren wir nach dem Essen schon ziemlich müde – der ausschlaggebende Punkt für die reibungslose und vorbildliche Abwascharbeit des Küchendienstes.
Abgeschlossen wurde der Abend mit viel teils lauter Musik und aufregenden Kartenspielen - unter anderem Dame, welches bei Manchen unheimlichen Anklang fand (stimmt’s Hanna?) - und einem angebrochenen Zahn von Sophie.
Wieder mal ein schöner Tag auf der Hallig!
Protokollanten: Kim und Phi-Long
16.08.2012 - Tag 5       
 
Der 5. Tag auf Langeneß begrüßte uns nicht wie sonst mit strahlendem Sonnenschein, sondern mit feuchtem Regen. Das Frühstück begann wieder um 8:30 Uhr, wobei der Tagesablauf besprochen wurde. Zusätzlich wurden Phi-Long, Anil und Armin zum Strafabwasch verdonnert, da sie am Vorabend nicht gründlich genug waren. Auch Ducanh und Tim mussten leiden, da sie zu spät zum Frühstück kamen.
Um 9:30 Uhr ging es direkt weiter mit einer Vogeldiashow.
Da wir zu den entsprechenden Vögeln kleine Referate herausarbeiten sollten, feilten Viele bis kurz vor den Präsentationen an ihren Texten und ergänzten hier und da etwas.
Die Diashow mit Vorträgen ging bis 12:00 Uhr. Aufgrund des regnerischen Wetters bekamen wir eine Pause bis 15:30 Uhr, da die Vogelexkursion ihren Sinn so nicht erfüllen konnte. In dieser Pause schliefen Einige oder gingen zum Kaufmann Süßigkeiten und Sachen für die Allgemeinheit besorgen.
Für die Vogelexkursion bekamen wir alle ein Fernglas, womit wir die Vögel deutlicher identifizieren und erkennen konnten. Wir liefen zur Steinkante und sobald wir einen Schwarm Vögel sahen, hielten wir an und ein Spektiv wurde von den Teamern aufgebaut. Größtenteils sahen wir Möwen und Austernfischer, aber auch Große Brachvögel. Nachdem nichts Neues mehr zu entdecken war, machten wir uns auf den Heimweg.
 
 
Bis zum Abendessen gab es nur einen Aufreger: Sophies Huawei Smartphone war spurlos verschwunden.
Es wurde eine große Suchaktion gestartet, bis Hanna den Smartphone unter der beliebten Bank auf dem „Deich“ im Gras fand. Um 19:00 Uhr wurde dann Milchreis mit Zimt und Zucker, Apfelmus und Kirschen, was als eine Ausnahme in der Woche voller Pasta galt, und neben bei vorzüglich geschmeckt hat, von Ducanh, Tim und Jan serviert.
Den Abend ließen Einige mit dem Spiel „Risiko“ oder auch mit Musik beim Sonnenuntergang ausklingen.
Doch bevor alle ins Bett gegangen sind, gab es einen weiteren Aufreger (für Hanna):                 Joghurt-Dieb unterwegs!
Nachdem Armin am Nachmittag schon Kims Joghurt verschlungen hat, wurde auch Hannas stibitzt.
Bis heute wurde der Täter (welcher zu 100% nicht nochmal Armin war) nicht entlarvtJ.
Da wir alle am nächsten Tag um 5:30 Uhr zur Wattwanderung losliefen, mussten wir am Abend relativ früh ins Bett und uns nur noch Brote für den Weg fertig machen.
Insgesamt ein gelungener Tag mit vielen Ereignissen.                                 ©by Hanna&Armin
 
 
17.08.2012 - Tag 6
(Rosalia, Sophie)
 
Der 6. Tag auf Langeneß begann früh, wobei es für den ein oder anderen so früh war, dass man es wohl eher auch als spät nachts bezeichnen konnte…
Um 4.30 Uhr klingelten unsere Wecker und noch mit Schlaf in unseren halb geöffneten Augen ging es auf zur Wattwanderung.
 
 
Ganz Langeneß war bedeckt von Nebel, der unseren müden, kraftlosen Gemütszustand bestens wiederspiegelte. Wir liefen still voreinander her, gähnten hier und da und waren in Gedanken noch in unseren muffigen Holzbetten unserer Unterkunft. Doch der wunderschöne Sonnenaufgang hauchte uns wieder Leben ein und als die ersten Schritte im kalten Watt vollbracht waren, fühlten wir uns wacher denn je. Die Sonne kitzelte unsere Nasen, der Wind wehte uns durchs Haar und unseren Ohren war es gegönnt, das berüchtigte Knistern des Watts wahrzunehmen. Nach knapp zwei Stunden war unser Ziel erreicht und wir ließen und in einem kleinen Café auf Oland nieder und aßen gemütlich zum Frühstück.
Auf dem Rückweg, gewiss erneut durch das Watt, fühlten wir uns bereits eng verbunden mit der Natur und erfreuten uns an dem tückischen Schlick. Wieder auf Langeneß angekommen, verbrachten wir den restlichen Tag mit gammeln, packen, bräunen und abends Spaghetti mit Pesto essen. Nach dem Abendessen gab es noch eine Verabschiedungsrunde mit einem Stimmungsdiavortag, der tolle Aufnahmen von der Hallig und in Begleitung von klassischer Musik präsentierte. Danach wurde geputzt. Ausklingen ließen wir dann anschließend unseren letzten Abend mit einem Kaminfeuer und schöner Gitarrenmusik, so dass wir am Ende alle völlig ausgeglichen, voller Vorfreude auf Berlin und mit Ohrwürmern von Schlagerhits stolz ins Bett fielen.
 
18.08.2012 (Abreisetag)
 
Wieder ein Tag, an dem Unglaubliches geschieht. Die Übergabe der Zimmer auf der Schutzstation sollte um 6.30Uhr sein. Einige Menschenkinder schliefen bis kurz vor halb und waren dann doch um kurz nach halb zur Zimmerübergabe bereit. Alles war scheinbar okay, obwohl mein Eindruck von den Gemeinschaftsräumen eher „na ja“ war. Egal! Es war geschafft und Taxigerd war schon kurz vor 7 auf der Warf. Alle mussten ins Auto und das ging sogar recht gut! Die Fähre um halb 8 war geschafft, der Frühstückstisch auf der Fähre gedeckt! Die Sonne schien und alles war gut. Sogar die Robbenbank war besetzt. Allerdings steuerte uns der Kapitän viel zu dicht an den Robben vorbei! Schlüttsiel war bereits in Sichtweite, als die Fähre im Schlick stecken blieb. Wie gesagt: die Sonne schien, der Bus würde warten und in Bredtstedt hätten wir fast eine Stunde Aufenthalt gehabt. Auf die Ansage “ Warum soll ich denn über ´ne Stunde da rumhängen“ fehlten mir bereits die Worte. Nun ja! Es dauerte eine Weile, bis das Schiff los kam. Der Bus hat gewartet und ohne Koffer zu verlieren sind wir gut in Bredtstedt gelandet. Der Zug, den wir erreichen wollten, war natürlich weg, der nächste Zug wurde ersatzlos gestrichen und der nächstfolgende Zug sollte 20 Minuten Verspätung haben. Ein Schüler wollte den ICE benutzen, eine Schülerin wollte bei der Bahn anrufen! Alles wenig konstruktiv! Die Nerven liegen blank! Wie aus dem Nichts taucht plötzlich ein Zug nach Hamburg Hauptbahnhof auf! Die Rettung!!! Jedoch weiß im Zug auch keiner so richtig Bescheid! Alles komisch. Irgendwann bekommen wir mit, dass wir doch im richtigen Zug sitzen, allerdings ohne Umstieg in Heide, wie ursprünglich geplant! Um 14.27Uhr kommen wir in Hamburg an und haben genau 6 Minuten Zeit zum Umstieg. Eine Schülerin sucht Koffer, insgesamt bewegen sich aus meiner Sicht alle viel zu langsam, auf Gleis 6 Bauarbeiten. Sind ja flexibel! Steigen wir eben auf Gleis 5 in den Zug nach Schwerin. Unglaublich aber wahr! Von nun an läuft alles planmäßig und die Schäfchen kommen pünktlich in Spandau, Zoo oder wie ich in Friedrichstraße an! Oh happy day!
 
 
Fazit: Die Halligex machte alle um einige Erfahrungen reicher! Die Umstände waren eher ungewöhnlich, aber Schüler und Lehrer umgänglich! Wir hatten tolles Wetter und haben die Weite, die Natur und vielen vielen Vögel (40000 Knutts auf einem Fleck) mit allen Sinnen genossen….und allen Schülern noch mal großes Danke für die Überwindung des eigenen Schweinehundes bei langen Touren über die Hallig und bei glitschigen Touren im Watt. Volle Bewunderung gilt den jungen Medizinern! Ganz großen Dank an den jungen Mann, den ich zwar in diesem schlimmen Moment nicht haben wollte, der aber auf der Bank blieb und mir zu prostete. Es hat mir wirklich geholfen!
Spezieller Dank auch an Nicola und Janine, die die Dokumentation und Veranschaulichung übernommen haben.