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Das Lächeln der Sonne

Unsere Schülerin Nicola Scholz entwickelte und produzierte im Filmkurs des Schuljahresjahres 2012/13 unter der Leitung von Frau S. Strehlow  einen wirklich beachtlichen Film. Hier ist die kreative Erfolgsgeschichte von "Das Lächeln der Sonne"

 

Von der Idee zum Konzept

Die wichtigste Frage die wir uns alle stellten war: "Wovon soll unser Kurzfilm handeln?"

Ich hatte keine genaue Vorstellung und suchte zwischen meinen vielen Kurzgeschichten nach einer die sich leicht umsetzten lassen würde. Ich fand eine die ich erst vor kurzem geschrieben hatte mit dem Titel „Das Lächeln der Sonne.“

Mein Team erklärte sich einverstanden und so konnten wir mit der Arbeit beginnen...  Ich nahm mir die Geschichte vor und strich alles was sich auf keinen Fall so umsetzten ließ und änderte ein paar Szenen. Daraus entwickelte ich unser Exposé.

Bis zum ersten richtigen Drehtag sollte es aber noch eine Weile dauern denn die geänderte Geschichte musste erst ein komplettes Drehbuch umgeschrieben werden:

Zunächst zeichneten wir Storyboards um uns klar zu werden wie die Szenen aussehen sollten aus welcher Perspektive die Kamera drehen sollte und wie lange diese Szenen dauern sollte. Nachdem wir realisiert hatten, dass eine Menge nötig war bis der Aufbau der Szenen deutlich war konnten wir uns weitere Gedanken über die filmische Umsetzung machen.

Mit einer kleinen Hausaufgabe, eine unserer Szenen die 60 Sekunden dauern sollte zu drehen, wurden wir in ein kreativen Wochenende entlassen.

Die 60 Sekunden verlangten uns noch einmal alles ab und nachdem mir klar wurde, dass hier alleine hinter dem Dreh eine Menge Arbeit steckte änderte ich das Drehbuch zum zweiten Mal ein wenig.

Nun waren wir vertraut mit unseren Drehbüchern und die Einführung in die Technik sprich Kamera und Ton konnte beginnen. Dazu hatten wir alle einen Nachmittag lang Zeit bei Susanne oder Jan von KiJuFi uns die Kamera anzuschauen und Fragen zu stellen.
 
Das Drehbuch stand, die Kamera Einführung hatten wir absolviert und dem Dreh stand nichts mehr im Wege. Das Equipment konnten wir uns von der Schule oder aber auch vom Haus der Jugend ausborgen. Als Requisiten dienten unsere eigenen Sachen und die Schauspieler waren schließlich wir. Nur ein Junge musste gefunden werden mit ein wenig Zeit und Lust beim Film mitzuwirken. Schnell fand ich einen jungen Fotographiestudenten den ich nach kurzer Überredungskunst in den Film integrieren konnte.

Über die Drehorte waren wir uns schon klar geworden als wir das Drehbuch schrieben. Berlin sollte eine große Rolle spielen und so wurde der Alexanderplatz mit dem Fernsehturm als Symbol für das hektische Berlin und der Reiterhof Maifeld denn ich freundlich anfragte als kleiner Drehort für die andere eher ruhige Seite Berlins.

Der Dreh

Der erste Drehtag war an einem kalten winterlichen Wochenende. Wir entschlossen uns, nachdem einer unser Hauptdarsteller abgesagt hatte, einfach ein paar Schnittbilder zu sammeln und so fuhren wir durch die Stadt auf der Suche nach schönen Motiven. Wir drehten am Alexanderplatz und ließen uns von dem Weihnachtsmarkt inspirieren.

Nachdem die ersten Szenen im Kasten waren merkte ich dass die Geschichte doch ein wenig kitschig war. Ich dachte ein wenig darüber nach und änderte erneut das Drehbuch. Link Aus der Wirklichkeit machte ich einfach einen Traum und baute hier und da ein paar gruselige Elemente ein. Die Änderung  gefiel allen.
 
Kurz bevor das Jahr sein Ende nahm bekamen wir noch eine Zusage von Think Big, wo wir uns mit unserem Projekt beworben hatten.
Jan, der mit uns auch die Kamera-Einführung gemacht hatte, erzählte uns von diesem Projekt. Wir waren sofort begeistert, denn so ließen sich auch Dinge realisieren, von denen wir vorher glaubten, sie wegen Bugetgründen weglassen zu müssen.
400€ hatten wir zur Verfügung, die sofort für Fahrkarten und Musik eingeplant wurden.

Die Weihnachtsferien dann waren perfekt für weitere Szenen die wir drehten. Der gehoffte Abschluss des Drehs fand nicht statt da nicht alle Schauspieler Zeit fanden und so legten wir den letzten Drehtag auf das Wochenende nach den Ferien. Der Reiterhof lag am Glockenturm wo wir schon ein paar Tage zuvor mit einem der dort zuständigen Personen gesprochen hatten. Dieser  erwartete uns auch ungeduldig und der letzte Drehtag konnte beginnen.

Ich verabschiedete mich von den Schauspielern und dankte ihnen dafür sich so oft wie möglich Zeit genommen zu haben für meinen Film. Glücklich fuhren wir nach Hause, die einen weil sie wussten das ich sie nun nicht mehr nerven würde wegen wichtiger Drehtage und die anderen weil sie sich darauf freuten mit dem Schnitt zu beginnen.

Postproduktion

Mit einem großartigen Gefühl ging es an den Schnitt. Was zu Anfang ziemlich leicht aussah entpuppte sich als sehr anstrengend. Jan und Susanne unterstützen uns in unseren Anfängen und bald kannten wir uns mit dem Schnittprogramm recht gut aus. Immer wieder verabredeten wir uns mit Susanne oder Jan um weiter an dem Film schneiden zu können.

Inzwischen war es Sommer und der letzte Drehtag lag lange zurück. Ich legte die fertig komponierte Musik, die wir uns von den 400€ gekauft hatten, unter den Film. Eine Lehrerin der Wald Oberschule mit der ich gesprochen hatte erinnerte sich an einen Schüler der Filmmusik studiert hatte und so schrieb ich ihn auch direkt an. Nach drei Treffen war ihm mein Konzept klar und er begann mit seiner Arbeit. Nachdem die Musik den Film untermahlte sprach ich noch das Voice Over ein. Nach 5 Drehtagen und über 20 Stunden Schnitt war der Film dann endlich fertig. Ich fuhr heim, mit dem Gedanken nun endlich allen meinen Film zeigen zu können.

Das Große Finale

Auf Anraten des Regisseure Jan Roschutz schickte ich meinen Film zum Lichtspiele Festival Berlin.

Mein Film lief zwar außerhalb der Wertung, da er zu lang war, doch die Jury war begeistert. Das zeigte sich auch darin, dass er vor der offiziellen Preisverleihung auf großer Leinwand lief.


Was Besseres kann einem Filmemacher nicht passieren als seinen Film auf riesiger Leinwand sehen zu können...

...und danach den Applaus entgegen zu nehmen.

Egal wie lange man für einen Film braucht und wie herausfordernd dies manchmal sein mag - für diesen einen Augenblick lohnt es sich alle mal!